Die Westbalkanregelung im Bausektor - neue Studie erschienen

Die Folgen eines niedrigschwelligen Migrationsweges für die Rechte der Beschäftigten

Als Milan aus Serbien nach Deutschland kam, schien ihm sein Weg vorgezeichnet: Arbeit auf dem Bau, ein geregeltes Einkommen, eine Zukunftsperspektive - auch für seine Familie in Serbien. Als sein Arbeitgeber ihm mit Kündigung drohte, weil er zu langsam wäre, schwieg er. Zu groß war die Angst, nicht nur den Job, sondern auch sein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu verlieren. Am Ende hat er in einem Jahr für 6 Monate nicht arbeiten können und offene Löhne in Höhe von mehr als 5.000 €. Milan hat sich an den Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen gewandt und Hilfe bekommen, doch wie ihm geht es vielen und nicht alle bekommen Unterstützung.


Unsere neue Studie untersucht genau diese Problematik. Die Westbalkanregelung ermöglicht Menschen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien einen vergleichsweise einfachen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt – unabhängig von ihrer beruflichen Qualifikation. Allein 2024 waren rund 61.000 Menschen über diesen Weg in Deutschland beschäftigt, mehr als ein Drittel von ihnen war im Baugewerbe tätig. Damit ist die Regelung zu einem zentralen Instrument der Fachkräftezuwanderung aus nicht-EU-Staaten geworden.


Die Potentiale der Westbalkanregelung liegen auf der Hand: Ein vergleichsweise leichter Zugang für nicht-akademische Fachkräfte aus den Ländern des Westbalkans. Wir zeigen aber auch, mit der Regelung gehen gewaltige Risiken für die Beschäftigten einher!


Hier geht's zur Studie!


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