Klimakampagne bei Saisonarbeitskräften in Süd-Brandenburg

Klimakampagne bei Saisonarbeitskräften in Süd-Brandenburg

Die IG BAU-Region Berlin Brandenburg und die Fachstelle für Migration und gute Arbeit besuchten landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und informierten unter anderem über Gefährdungen durch Hitze und Sonneneinstrahlung. Begleitet wurden sie von Kolleg*innen des PECO-Instituts e.V., die im Rahmen des Projektes Klima_AGS Informationen und praktische Materialien zum Sonnenschutz verteilten. Das Projekt wird gemeinsam mit der IG BAU und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) umgesetzt.

Eine der größten Beschäftigtengruppen in der Landwirtschaft sind ausländische Saisonarbeitskräfte. Oft sind sie durch geringe Sprachkenntnisse sowie Isolation in den Unterkünften gezwungen, schlechte Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Zusätzlich sind sie am meisten durch UV-Strahlung und Hitze gefährdet, wie Untersuchungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigen – eine Gefährdung, die in den letzten Jahren durch den Klimawandel noch zugenommen hat. Aus diesem Grund hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) der IG BAU Sonnen- und Hitzeschutzpakete zur Verfügung gestellt, die bei arbeitsrechtlichen Informationskampagnen verteilt wurden.

Die  Feldkampagnen und weitere  Aktivitäten im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz von Outdoorworker*innen finden im Rahmen des Projektes Klim_AGS statt, das im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Bildungsbausteinen und Informationsmaterialien sowie die anschließende Schulung von Multiplikator*innen, wie z.B. haupt- und ehrenamtliche Funktionär*innen der IG BAU und Berater*innen des Europäischen Vereins für Wanderarbeiterfragen (EVW). Das Thema ist Arbeits- und Gesundheitsschutz mit den Gefährdungsbereichen Hitze, Hitzewellen und UV-Strahlung, Infektionskrankheiten durch vermehrte Erreger sowie erhöhte Pollenbelastung. Die Multiplikator*innen werden durch die Schulungen befähigt, mit den Beschäftigten auf Feldern und Baustellen in den Dialog zu treten und diese über Gesundheitsbeeinträchtigungen zu informieren.

Eine erste Schulung fand am 26. August in den Räumen der IG BAU-Region Hessen, Bezirk Frankfurt am Main statt und richtete sich an Berater*innen des EVW. Das Thema wurde heiß diskutiert, insbesondere die Pflichten der Arbeitgeber stießen auf großes Interesse. Nach den Rückmeldungen der Teilnehmer*innen zeigte sich: Auf den Feldern ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten!

2019-09-03T07:05:52+02:00